„Bange machen gilt nicht” – ein Interview mit der neuen Leiterin der Deutschsprachigen Abteilung in Fontainebleau

Dies ist ein Lebensmotto von Heidi Glause, der neuen Leiterin der Deutschsprachigen Abteilung in Fontainebleau. Neues tatkräftig anzupacken und sich nicht von Schwierigkeiten unterkriegen zu lassen, sondern unbeirrt seinem Ziel zu folgen, das ist ihre Lebensweise. Sicherlich sind Sie ganz gespannt auf unsere neue Abteilungsleiterin, möchten sie gerne kennen lernen und haben viele Fragen. Wir, Sandra Richter und Ralf Schönen vom Web-Team der ASGF, durften sie bereits vor dem Schulstart zu einem persönlichen Interview begrüßen und so können wir Ihnen nun eine überaus sympathische und dynamische Frau an der neuen Spitze der Deutschsprachigen Abteilung vorstellen.

Web-Team: Wie kam es, dass Sie sich als Leiterin der Deutschsprachigen Abteilung beworben haben? Welche Beweggründe hatten Sie?

Frau Glause: Nach dreijähriger Tätigkeit als Fachberaterin im nationalen Erziehungsministerium der Türkei sollte ich ursprünglich an meine alte Wirkungsstätte in Bremen zurückkehren. Da mich aber schon seit meiner Schüleraustauschzeit das Fernweh gepackt hatte, wollte ich gern weiterhin im Ausland tätig sein und suchte nach einer neuen Wirkungsstätte. Mehrere Zufälle ließen mich auf die Deutschsprachige Abteilung in Fontainebleau aufmerksam werden und da ich schon immer einmal in Frankreich arbeiten und nicht nur dort Urlaub machen wollte, mich zudem das Aufgabenspektrum sehr reizte, bewarb ich mich um die Stelle als neue Leiterin der Abteilung. Natürlich finde ich es jetzt auch schön, in der Nähe unseres älteren Sohnes zu leben, der seit vielen Jahren in Paris wohnt.

Web-Team: Bitte beschreiben Sie kurz, was Sie gemacht haben, bevor Sie Leiterin der Deutschsprachigen Abteilung wurden!

Frau Glause: Bevor ich nach Fontainebleau kam, habe ich in Ankara (Türkei) im türkischen Erziehungsministerium gearbeitet. Dort war ich als Fachberaterin für die deutsche Sprache tätig und habe vor allem mit Erwachsenen, vorrangig Lehrern, zusammengearbeitet, für die ich unter anderem Fortbildungen organisiert und geleitet habe.

Web-Team: Haben Sie schon einmal an einer Auslandsschule gearbeitet? Wenn ja, wo war das und welche Tätigkeit übten Sie dort aus?

Frau Glause: Ja, wie Sie vielleicht schon in meinem Kurzporträt gelesen haben, war ich bereits mehrfach im Ausland tätig, so in Bratislava (Slowakei), Helsinki (Finnland) und zuletzt in Ankara (Türkei). Am liebsten erinnere ich mich an meine Zeit in Helsinki, wo ich sechs Jahre verbrachte. Hier arbeitete ich an der zweizügigen deutschen Auslandsschule als Abteilungsleiterin. Ich unterrichtete Deutsche Sprache und Literatur, aber auch Deutsch als Fremdsprache in nahezu allen Altersgruppen.

Web-Team: Welche Fächer unterrichten Sie in der Deutschsprachigen Abteilung und in welchen Klassenstufen werden Sie zum Einsatz kommen?

Frau Glause: Voraussichtlich werde ich im Lycée in den letzten beiden Klassenstufen, der Première und Terminale, Deutsch unterrichten. Bei den Jüngeren bin ich in der 5. – 7. Klasse eingesetzt. Zum Teil erteile ich dort auch Geschichtsunterricht.

Web-Team: Welche Aufgaben werden Sie weiterhin in der Deutschsprachigen Abteilung wahrnehmen?

Frau Glause: Ich freue mich sehr auf meine Arbeit in der Deutschsprachigen Abteilung, da sie mir ein breites Aufgabenspektrum bietet, in das ich mich mit vielen eigenen Ideen und Gedanken einbringen kann. Neben meiner administrativen Tätigkeit (z.B. Koordination innerhalb der Abteilung, Erstellung von Stundenplänen usw.), möchte ich mich vor allem für den weiteren Auf- und Ausbau der Deutschsprachigen Abteilung engagieren. Wichtig ist es mir zudem, die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen der Internationalen Schule zu optimieren. Die hervorragende Arbeit meiner Vorgängerin Frau Claessen-Piot, die diese im Rahmen des OIB-Programms geleistet hat, möchte ich auf jeden Fall weiterführen.

Web-Team: Wie kommt es, dass Sie so gut französisch sprechen? (Frau Glause lacht)

Frau Glause: Ich habe an mich selbst den Anspruch, meine Schulsprachkenntnisse, die ich in den zahlreichen Urlaubsaufenthalten in Frankreich vertiefen konnte, in den nächsten Wochen erheblich zu verbessern. Auf der Suche nach einem Sprachkurs bin ich bereits fündig geworden. Drücken Sie mir die Daumen…

Web-Team: Welche persönlichen Ziele verbinden Sie mit der Deutschsprachigen Abteilung?

Frau Glause: In Helsinki fand ich die Vielfältigkeit meiner Aufgaben ansprechend. Dies erwartet mich auch in Fontainebleau wieder. Hier arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen, kann aber auch im Team mit den anderen Lehrern arbeiten. Nachdem ich drei Jahre hauptsächlich mit Erwachsenen tätig war, freue ich mich nun einfach darauf, wieder mit allen Altersstufen zu tun zu haben.

Web-Team: Was möchten Sie bis Weihnachten erreicht haben? (persönlich/beruflich)

Frau Glause: Ich finde es wichtig, mir realistische Ziele zu setzen. So möchte ich bis Weihnachten vor allem die Strukturen und Funktionsweisen der einzelnen Schulen und Abteilungen verstanden haben und mein persönliches Leben organisiert haben. Es gibt immer noch unausgepackte Kartons… Außerdem hoffe ich natürlich auf erste Erfolge im Ausbau meiner Französischkenntnisse. (Frau Glause schmunzelt und wir mit ihr.)

Web-Team: Worauf freuen Sie sich besonders in Fontainebleau?

Frau Glause: Ganz klar freue ich mich auf die französische Kultur (Theater, Konzerte, Museen, Kino), die sich doch deutlich von der an meinem vorhergehenden Lebensort unterscheidet. Außerdem möchte ich natürlich den Wald von Fontainebleau erkunden. Ich liebe die Natur, einfach alles, was mit Gärten, Wäldern und Flüssen zu tun hat.

Web-Team: Welche Interessen oder Hobbys haben Sie?

Frau Glause: Wie gesagt, ich bin gern im Grünen, liebe es spazieren zu gehen oder Rad zu fahren. Des Weiteren gehe ich gern ins Kino und segle und schwimme gern. Eine Jahreskarte für das Schwimmbad habe ich bereits.

Web-Team: Nach welchem Motto leben und arbeiten Sie?

Frau Glause: „Varietas delectat“ – „Verschiedenheit erfreut“. Ich empfinde die Internationalität, die Verschiedenheit der Kulturen, die an dieser Schule zusammentreffen, als große Bereicherung. Wie viel können wir voneinander lernen und erfahren, wenn wir nur mit offenen Ohren und Augen aufeinander zugehen. Je unterschiedlicher, desto lebendiger… Ich wünsche mir, dass wir in diesem Sinne gut miteinander zusammenarbeiten: Schüler, Lehrer, Eltern, aber auch die einzelnen Abteilungen und die Schule im Ganzen. Ich freue mich sehr auf mein neues Aufgabengebiet in der Deutschsprachigen Abteilung.

Herzlich bedankt sich das Web-Team auch im Namen des Vorstandes bei Frau Glause für ihre Offenheit, ihre Zeit und die entspannte und freundliche Atmosphäre während des Gesprächs. Wir wünschen Ihnen, dass sich Ihre selbst gesetzten Ziele und Wünsche erfüllen. Viel Glück und Erfolg! -SR, RSch-