Unser Ausflug nach Provins

Provins, eine kleine Stadt ungefähr eine Autostunde von Fontainebleau entfernt, wurde erst vor ca 15 Jahren aus ihrem Dornröschen-Schlaf geweckt. Damals stellte man fest, welche historischen Schätze sie in ihren schönen alten Mauern birgt. Ein Architekt setzte sich dafür ein, die Befestigungsanlagen wieder aufzubauen und vor ihnen als Hintergrund mittelalterliche Spiele aufzuführen. Langsam kamen die ersten Touristen und bald wurde auch die UNESCO auf dieses historische Juwel aufmerksam: Die Stadt wurde auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt und ist seit zehn Jahren Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Welt. Die Klassen 6 bis 12 der Deutschen Abteilung haben am 14. Mai einen Ausflug nach Provins gemacht. Dort erlebten die jüngeren Schüler, wie das alltägliche Leben im Mittelalter aussah, die älteren nahmen an einer Führung durch den alten Burgfried, den Caesar-Turm, und durch die unterirdischen Gewölbe teil, die als Gefängnis sowie als Lager- und Kühlräume und auch Kreidelieferant für das Waschen und Entfetten der Schafswolle dienten.

Ein gemeinsames Picknick folgte den Besichtigungen und anschließend gab es eine Stadt-Rallye, bei der die bunt zusammengewürfelten Schülergruppen 20 Fragen über Geschichte und Gegenwart von Provins beantworten mussten. Den Abschluss bildete eine faszinierende mittelalterliche Reiterschau, die wirklich einige eindrucksvolle Attraktionen zu bieten hatte: echte Gänse und ein Kamel, rosa Schweinchen, meckernde Ziegen, edle Ritter, finstere Angreifer in dunklen Rüstungen und Furcht erregenden Masken sowie adlige Fräulein in wunderschönen Kostümen auf weißen Pferden. Die Darbietung war gut besucht und bot auch auf der Heimfahrt noch viel Gesprächsstoff.

Hier schreiben Schüler über die Besichtigungen:

In den unterirdischen Gewölben von Provins

Nachdem wir mit Céline, unserer Begleiterin, den informationsreichen Rundgang durch den Turm César beendet hatten, wurden wir in das unterirdische Provins geführt. Auch hier gab es für Céline viel zu erklären. Sie brachte uns viele neue Dinge bei. Nachdem wir den ersten Gang zur Hälfte durchquert hatten, zeigte sie uns die zwei verschiedenen Farben der Kreidewände. Eine Hälfte war dunkelgrau, die andere hellgrau. Alle Gänge, die wir im Weiteren sahen, bestanden nur aus diesen zwei verschiedenen Kreidearten. Auch in den weiteren Gängen war sehr viel Neues zu entdecken. So wurde uns erzählt, dass die verschiedenen Einbuchtungen in den Gängen als Weinkeller und Nahrungsmittellager für die Leute dienten. Jedoch konnten nicht alle einfach ihre Sachen dort einlagern, sondern nur die Leute, die reich waren, also vor allem die Adligen. Danach konnten wir noch einige Inschriften in den Wänden bewundern. Bei den meisten handelt es sich um Unterschriften und ein dazugehöriges Datum, bei manchen handelt es sich jedoch um Bilder, die man bis heute nicht richtig interpretieren konnte. Bei manchen konnte man es ungefähr deuten. So erklärte uns Céline, dass jeder Handwerker früher ein eigenes Zeichen hatte, durch das er identifiziert werden konnte. Eben solche Zeichen konnte man auch auf den unterirdischen Gängen von Provins finden. Alles in allem war es eine sehr interessante Führung durch die unterirdischen Gänge von Provins. Es machte sehr viel Spaß und durch die tolle Begleiterin, die uns vieles zeigte und erklärte, konnten wir viel entdecken. Laura Richter 2nde

Provins am 14. Mai

Nach einer Stunde im Bus, wo wir das ganze Programm des Tages erfuhren, kamen wir in Provins an… Wir konnten endlich raus und ein schönes Wetter erwartete uns. Wir waren froh ! Erstmal mussten wir warten, aber nicht lange, dann mussten wir eine viertel Stunde ungefähr bis zum Caesar-Turm gehen. Die Führerin war schon da und wir fingen mit einem kleinen Quiz über das Mittelalter an. Es war sehr lustig; obwohl wir dieses Thema im Unterricht schon gemacht hatten, mussten wir schon in unseren Gehirnen gut suchen… Wir gingen die großen Treppen hoch und es wurde unser Jogging des Morgens. Die Stadt-Führerin erklärte uns jeden Raum, wozu er benutzt wurde und von wem usw., aber auch die ganze Struktur des Turms und was sich darin befindet. Wir gingen auf die höchste Stelle des Turmes und von dort konnten wir die Stadt Provins sehen. Es war herrlich und sehr schön, wir haben diesen Moment genossen.

Danach hatten wir eine kleine Pause draußen zum Essen. Manche, die schon fertig gegessen hatten, spielten Rugby, Karten oder irgendein anderes Spiel. Am zweiten Teil des Tages waren die unterirdischen Keller zu besichtigen. Also mussten wir den ganzen Weg, den wir am Morgen hochgegangen waren, wieder runtergehen. In den Gewölben angekommen, spürten wir, dass es schon kühler geworden war. Wir befanden uns in einem großen Saal und bald bekamen wir die Erklärungen von der Führerin, wo wir waren und wohin wir gingen. Wir gingen immer weiter hinab, wo es immer dunkler und gruseliger wurde… bis die Führerin auf Knöpfe drückte und uns Licht machte. Wir haben einen Rundgang durch die Kellergewölbe gemacht, wo es Plätze gab für Wein wahrscheinlich und andere Waren. Einige von uns haben viel Krach unter der Erde gemacht und lustige, gruselige Witze erzählt, die manche erschreckten. Wir fanden diesen Teil der Besichtigung ziemlich spannend und cool. Am Ende der Gewölbe kamen wir zu einem Raum, wo es wieder viel Licht gab und von wo wir wieder hochgingen in die Wirklichkeit.

Danach trafen wir uns mit allen anderen Klassen und der dritte Teil des Tages wartete auf uns… ein Quiz. Dafür wurden Gruppen gebildet, in denen es mindestens einen Schüler von jeder Klasse gab, damit wir gemischt waren. Die Gruppen wurden einzeln im Abstand von einer Minute auf den Weg geschickt. Das Quiz war nicht leicht und wir mussten ganz lange gehen, um manche Fragen zu beantworten, so konnten wir wenigstens die Stadt gut anschauen! Nach ungefähr einer halben Stunde mussten wir zum Treffpunkt gehen und Frau Glause das Quiz geben, damit sie die Punkte zählen und die Preise verteilen konnte. Um drei Uhr nachmittags nahmen wir den Bus, um wieder zum Collège und Lycée zurückzufahren. Während der Fahrt kriegten wir unser Quiz zurück und bekamen unsere Preise. Wir waren müde und froh wieder in Fontainebleau anzukommen, um schlafen zu können.

Es war ein schöner Tag, in Gesellschaft von Freunden, Bekannten und Leuten, die wir besser kennen gelernt haben, und ein Ausflug voll Atmosphäre.

Sophie und Anne-Laure REYJAL 3e1